Wer auf der Suche nach einem nahezu unberührten Plätzchen Natur ist, für den dürfte der Doñana-Nationalpark in Andalusien ein interessantes Ausflugsziel sein. Das Areal ist unbebaut, frei von touristischen Hochburgen, Lärm und Menschen. Hier rascheln höchstens ein paar Bäume und Sträucher, muszieren bunte Singvögel oder nisten Adler. Der Coto de Doñana Nationalpark an der Südküste Spaniens ist ein kleines Stücken Paradies.

Und das soll er auch bleiben. Deshalb kann hier nicht jeder hereinspazieren, wie er will. Täglich darf nur eine bestimmte Anzahl an Besuchern den Nationalpark betreten, nach Voranmeldung, überall sind Ranger unterwegs. Hirsche, Flamingos, Luchse, Schildkröten, Wildpferde - sie alle leben in diesem geschützten Lebensraum und dürfen nicht gefährdet werden. Deshalb können sich Touristen nur nahe der Besucherzentren frei bewegen. Es gibt Naturlehrpfade, die durch den Park verlaufen. Ansonsten entführen Touren mit Geländewagen in die Schönheit des Doñana-Nationalparks. Vorbei an Lagunen, gigantischen Grasflächen, Sümpfen und Dünen, hinein in Wälder aus Pinien und Korkeichen, wo sich eine Vielzahl an Tierarten Gute Nacht sagt. Darunter mehrere Millionen Zugvögel, die im Süden Andalusiens einen Zwischenstopp einlegen, bevor sie sich von Europa nach Afrika (oder andersrum) aufmachen. Einige bleiben auch direkt den ganzen Winter über in dem Nationalpark. Und das ist verständlich, denn das Klima ist angenehm warm und störende Hotels und Co. sind weit entfernt.

Der WWF im Einsatz für den Erhalt der Natur
Das ist in erster Linie dem WWF (World Wildlife Fund) zu verdanken. Die Organisation, die sich für den Schutz der Natur einsetzt, hat dafür gesorgt, dass Doñana frei von gigantischen Bauten und Asphaltraupen geblieben ist. Schon vor über 40 Jahren wurde das Areal an der Küste zum Nationalpark erklärt. Das heißt allerdings nicht, dass die Natur nicht ihre eigenen Probleme hat. Mit dem Rocina fließt ein wichtiger Fluss durch das Gelände, dem das Wasser aber allmählich "bis zum Hals" steht. Dadurch, dass vermehrt Wasser abgegraben wird, zum Beispiel für den Erdbeeranbau, versiegt diese wichtige Quelle immer früher im Jahr und auch die allgemeine Wassermenge ist zurückgegangen. Für Naturschützer Grund genug, um Alarm zu schlagen. Sie suchen den Kontakt zu Farmern und klären diese über bessere Möglichkeiten beim Anbau von Erdbeeren auf.

Bedrohtes Idyll an der spanischen Küste
Doch die Plantagen rauben nicht nur lebenswichtiges Wasser. Sie behindern auch die natürlichen Wanderrouten vieler Arten, wie dem Iberischen Luchs oder dem Otter, und zerschneiden die Landschaft. Deshalb sind Umsiedelungen und der Rückbau von Straßen Punkte, die auch in Zukunft angegangen werden müssen. Dieser Prozess ist allerdings zeitaufwendig und wird wohl noch einige Tiere das Leben kosten. Doch die Schönheit des Doñana-Nationalparks in Andalusien muss erhalten bleiben! Nicht nur, weil der Park ein sehr beliebtes Ausflugsziel ist, sondern weil er auch zu den wichtigsten spanischen Feuchtgebieten zählt. Auf mehr als 54.000 Hektar leben allein über 400 Vogelarten. Hinzu kommen zahlreiche Reptilien. Sie alle haben im Coto de Doñana nahe der spanischen Stadt Huelva ein Zuhause gefunden.

Wer sie dort besuchen möchte, sollte sich vor Ort in Touristikzentren informieren oder Touren im Rahmen einer Rundreise in Andalusien buchen. Meist werden zwei verschiedene Führungen angeboten, die sich auch preislich unterscheiden. Fünf bis zehn Stunden sollten Besucher hier allerdings einplanen.

Weitere Informationen
www.spain.info/de/reportajes/donana_reserva_ecologica_de_europa.html
www.spiegel.de/reise/europa/donana-nationalpark-in-andalusien-flickenteppich-mit-flamingos-a-635037.html

Fotos: wikipedia.de / José Manuel Lira Vidal, Alexwing, Marc Ryckaert, Ultratomio

 
 

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